Das Interhyp-Prinzip

Die Bemusterung

By , 6. November 2012 22:37

Mittlerweile haben wir die Bemusterung erfolgreich hinter uns gebracht.

Es waren zwei intensive, sehr anstrengende aber auch ungemein konstruktive und motivierende Tage.

Da es eine recht lange Geschichte wird, bitte auf „Weiterlesen“ klicken“.

Die Bemusterung

Zunächst zum Ablauf: wir hatten die Bemusterung an einem Donnerstag und an dem darauf folgenden Dienstag geplant. So könnten wir – falls notwendig – an dem dazwischen liegenden Wochenende nochmals weitere Überlegungen anstellen oder unsere bisher getroffenen Entscheidungen überdenken.
Angesetzt waren die Termine jeweils ab 9:30 Uhr und gingen wirklich den ganzen Tag lang, am Donnerstag bis 17:30 Uhr und am Dienstag bis 19 Uhr.  Zwischendurch gab es belegte Brötchen. Für Getränke war auch gesorgt.

Die Gewerke, die an Partnerunternehmen vergeben werden, also z.B. Heizung- und Sanitärinstallation, Elektrik oder Fliesen-Legen, werden durch Vertreter der Partnerunternehmen begleitet, die zu Stommel ins Haus kommen.

Die Bemusterung selber läuft anhand eines 54-seitigen Protokolls ab, das alle Punkte in Form einer Checkliste enthält.Durchgeführt wird sie normalerweise von dem Bauleiter, der den Hausbau auch später begleiten wird. Unser Bauleiter war jedoch in Urlaub, so dass wir eine Vertretung bekamen. Der Herr hat das aber ganz wunderbar gemacht und mit einer geradezu westfälisch zu nennenden Ruhe den Prozess geleitet.

Angefangen haben wir mit der exakten Planung der Wände. Hierzu gab es zum ersten Mal Pläne im Maßstab 1:50, wo man sehr gut die Abmessungen erkennen konnte. Wir haben hier nochmals die Treppenplatzierung geändert und konnte dadurch einige Räume vergrößern. Änderungen werden dabei direkt in den Plan eingezeichnet, so dass man immer den aktuellen Stand vor Augen hat.
Außerdem wird besprochen, wie die Innenseite der Außenwände gestaltet werden sollen. Bei Stommel bedeutet das: wird Holz oder Fermacell verbaut.

Bis wir das alles besprochen hatten, war es auch schon Zeit, sich der Heizung zuzuwenden. Hier erkannten wir zunächst, dass die SolarEis-Heizung deutlich teurer ist, als zunächst angenommen. Wir lassen uns trotzdem ein Angebot machen. Die Alternativen wird hauptsächlich eine Erd-Wärmepumpe mit Grabenkollektoren sein. Insgesamt war unser Ansprechpartner für die Heizung ein wenig vertriebslastig aber durchaus kompetent.

Anschließend ging es mit der Elektroinstallation weiter. Hier war zu besprechen, wo und wie viele Steckdosen verteilt werden und wo ein Anschluß für Lichtquellen vorzusehen ist. Das persönliche Highlight ist die Haussteuerung, die wir uns anbieten lassen werden. Es ist eine Kombination aus KNX und enOcean. Besonders attraktiv wird das System dadurch, dass die Schalter ohne eigene Stromquelle auskommen. Bei Betätigen eines Schalters wird durch einen Piezokontakt gerade genug Energie erzeugt, dass das Signal gesendet werden kann. Und das auch noch drahtlos! Durch den Wegfall der Verlegearbeiten für Schaltungsdrähte wird das auch finanziell wieder tragbar.
Unser Ansprechpartner hier war ein Herr, der sehr souverän und mit viel Erfahrung durch den Prozess geleitet hat.

Nach einigen weiteren Details war dann bald Schluß am ersten Tag.

Der zweite Tag begann für uns außerhalb bei einem Fachhandel für Fliesen und andere Bodenbeläge. Dort ging es darum, die Bodenbeläge für Diele, Wohnzimmer, Küche und die beiden Badezimmer auszuwählen.
Unser Schlafzimmer wird einen Teppichboden erhalten und war deshalb außen vor.
Die drei großen Räume Diele, Wohn- und Esszimmer sowie die Küche werden einen einheitlichen Belag aus Feinsteinzeug erhalten. Die Badezimmer werden teilweise gefliest.
Obwohl wir bereits vor der Bemusterung einige Stunden beim Fliesen-Anschauen verbracht haben, hat dieser Termin knappe drei Stunden gedauert. Es ist doch recht schwierig, nicht nur eine Fliesenart auszuwählen sondern ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln.
Beraten wurden wir von einer Fachberaterin des Geschäfts und dem späteren Fliesenleger, der für Stommel arbeitet. Beide haben uns in aller Ruhe beraten und – wo von uns gewünscht – ihre Meinung eingebracht.

Anschließend ging es wieder zu Stommel, wo wir den Rest des Tages damit verbracht haben, unzählige Details festzulegen. Angefangen von Fensterausstattung und -größe über die Türen bis hin zur Gestaltung der Sparren und Pfetten, Türbeschläge oder der Außenfarbe des Hauses. Um 19 Uhr waren wir dann (fix und) fertig und redlich erschöpft.

Das weitere Vorgehen

Bei der gesamten Bemusterung waren zwei große Posten außen vor: die Küche und die Badezimmerausstattung.

Die Küche ist natürlich unsere Sache. Stommel benötigt jedoch genauere Angaben, um Anschlüsse für Wasser und Strom einplanen zu können.
So kam es, dass wir zwischen den beiden Tagen noch mal Gas gegeben haben, um unsere Küchenplanung zu vervollständigen und abzuschließen. Das werde ich aber in einem gesonderten Blog-Eintrag beschreiben. 🙂

Die Badezimmerausstattung haben wir bei einem entsprechenden Fachhändler ausgewählt. Besonderes Merkmal: eine signifikante Anzahl an Badewannen, die man auch probesitzen kann. Auch hierzu kommen noch Details in Form eines separaten Blog-Eintrags. Habt Geduld. 🙂

Preise

Stommel Haus hat für das bisherige Angebot gewisse Preise als Grundlage geschätzt, so dass man prinzipiell tatsächlich eine vollständige Ausstattung beisammen hat. Im Rahmen der Bemusterung kann man aber natürlich alles so auswählen, wie man das möchte. Deshalb wird bei jedem Posten notiert, ob es sich um einen Mehrpreis oder einen Minderpreis handelt.

Die vorkalkulierte Ausstattung ist dabei durchaus vernünftig, man läuft also nicht bei jedem Posten zwangsläufig in einen Mehrpreis (die Badezimmergarnitur ist z.B. von Grohe). Dennoch haben sich bei uns einige Posten angesammelt, was wir aber zum Glück bei unserer Kalkulation bereits vorher berücksichtigt haben. Ich kann nur empfehlen, auf den ersten Angebotspreis pauschal 15-20% aufzuschlagen. Dann hat man auch genügend Spielraum, um sich den ein oder anderen Luxus zu gönnen.

Nach der Bemusterung kalkuliert Stommel Haus dann die exakten Preise, die jeweils anfallen. Diese Aufstellung bekommen wir dann zugesendet und können für jeden einzelnen Posten entscheiden, ob wir ihn haben wollen oder nicht.

Die nächste Planungsiteration

Aus den gesamten Angaben erstellt Stommel Haus die nächste Version der Pläne und schickt sie uns. Wir können dann alles nochmals prüfen und überlegen, ob wir es wirklich so haben wollen. Fallen uns doch noch Änderungen ein, beginnt einfach ein neuer Planungszyklus.

Hier hat uns wieder die Flexibilität gefallen, die Stommel bietet. Theoretisch können wir so viele Planungs-Iterationen durchlaufen, wie wir brauchen, um uns sicher zu sein.

Die gesamte Bemusterung hat uns seh gut gefallen. Durch die Gesamtcheckliste hatten wir immer den Eindruck, dass an alles gedacht wird und wir uns auf unsere Entscheidungen konzentrieren konnten. Unsere Gesprächspartner waren durchgehend sehr geduldig, haben alles bis ins kleinste Detail erklärt und uns stets die Zeit gelassen, die wir für eine Entscheidung brauchten. Nie haben wir uns gedrängelt gefühlt!

Jetzt heißt es also auf die Feinplanung und die Mehr/Minderpreiskalkulation zu warten (dauert 2-3 Wochen) und dann den nächsten Schritt zu machen. In diesem Zeitraum sollten wir dann auch den Liefertermin für unser Haus erhalten. Yaaaay!

5 Responses to “Die Bemusterung”

  1. Alexandra Gering sagt:

    Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht zur Bemusterung – jetzt kann ich mir das endlich mal besser vorstellen! Werdet ihr eure Badausstattung beim Fachhändler kaufen? Unabhängig von Stommel? Oder habt ihr euch vielleicht mal überlegt über’s Internet zu beziehen, z.B. bei megabad.de? Eine Freundin von mir hat das so gemacht und meinte, dass man da einiges sparen könnte … Viele Grüße vom Bodensee, Alex

  2. Christoph sagt:

    Gern geschehen! Wir hatten dank der Vorgespräche mit unserem Kundenbetreuerin schon eine ganz gute Vorstellung, waren aber dennoch erstaunt, wie anstrengend es letzten Endes war.
    Für die Badausstattung lassen wir uns auf jeden Fall auch ein Angebot vom Fachhändler machen. Wir werden dann aber auch prüfen, was es anderswo, z.B. Im Internet, kostet. Hier hat man durch das Nachtragsangebot mit den Mehr- und Minderpreisen eine sehr gute Preis-Transparenz und ist gleichzeitig auch flexibel.
    Wir müssen dann nur abwägen, was es uns wert ist, alles aus einer Hand zu haben.
    Bleiben wir bei dem Stommel’schen Händler ist Stommel für uns der erste und einzige Ansprechpartner, was Mängel und Reparaturen angeht. Das ist natürlich von Vorteil. Mal sehen, was die Preise am Ende so sagen.

  3. Alex sagt:

    Ha, beim Stichwort KNX werde ich doch glatt wach. „Das persönliche Highlight ist die Haussteuerung…“, es hat ihn gepackt 😉
    Ich hoffe nicht, dass ich Dir mit einem meiner Beiträge diesen Floh ins Ohr gesetzt und dadurch womöglich Deine Frau gegen mich aufgebracht habe, wenn jetzt vielleicht billigere Fliesen nehmen muss. Denn der WAF (Womans Acceptance Factor) von KNX dürfte bei weitem niedriger sein als der von Fliesen. Bei meiner Gattin ist das so. 😉

    Mal so nachgehakt, mir erschileßt sich noch nicht so richtig der Vorteil von enOcean in Kombination mit KNX. Diese Technik (enOcean) stelle ich mit eher vor bei einer Sanierung oder Erweiterung, wenn es schwierig bis unmöglich ist Kabel zu verlegen, aber beim Neubau?

    Ich nehme an, dass die Sensoren (Taster, Temperatur, etc.) enOcean sein sollen und die Aktoren, also die Teile, die dann tatsächlich schalten KNX.

    Wenn das das Konzept ist, damm sparst Du Dir die Busleitung, das ist richtig. Die kostet so ca. 50 Cent pro laufenden Meter. Sensoren (Taster, Temperatur, etc…) brauchst Du so (enOcean) oder so (KNX), dazu dann noch ein Gateway zwischen enOcean und KNX. Die Aktoren werden, nehme ich an KNX sein und hoffentlich zentral im Verteilerschrank verbaut und da sind wir schon bei dem nächsten Thema, Stromkabel. Diese wirst Du zu jedem schaltbaren Verbraucher (Lampe, schaltbare Steckdose, etc.) ziehen müssen, warum dann nicht direkt auch eine KNX-Busleitung mit bei einem Gang. Man darf beide auf einer Trasse (Kabelkanal oder Leerrohr, etc.) nebeneinander verlegen. Busleitung bedeutet, man muss nicht zu jedem Sensor eine eigene Leitung ziehen sondern baut eine Linie, an der die Sensoren wie auf einer Perlenkette hängen also. Man braucht also nur ein Bus-Kabel pro Etage z.B. wenn es nicht zu lang (max. 300 m) wird.

    Man kann die Aktoren auch dezentral verbauen, z.B. bei jeder Lampe einen, das mach es dann aber noch teurer. Ein Kanal bei z.B. einem 12er Aktor (hiermit kannst Du 12 Verbraucher schalten) ist günstiger als bei einem dezentralen 1er Aktor (nur ein schaltbarer Verbraucher). Anders gesagt, ist ein 12er Aktor günstiger als zwölf 1er. Ob die enOcean Sensoren günstiger als die KNX-Sensoren sind, kann ich nicht beurteilen. Diese beiden Welten zu „verheiraten“ dürfte aber einen erhöhten Programmieraufwand bedeuten als bei homogener KNX-Infrastruktur. Ausserdem ist KNX herstellerunabhäbgig, enOcean ist proprietär.

    Ob das unterm Strich zum Einsparungen führt, ich kann es mir nicht vorstellen. Nun ich kenne Euer Konzept nicht genau, deswegen meine Annahme von oben. Vielleicht ist es auch ganz anders und ich bin hier auf dem Holzweg. Es sind einfach nur ein paar Gedanken, die mir spontan gekommen sind als ich es gelesen habe. Es soll nicht besserwisserisch klingen, das ist mir wichtig! Ganz im Gegenteil, mich würde Euer Konzept aus enOcean und KNX brennend interessieren.

    Gruß

    Alex

    • Christoph sagt:

      Öha, da habe ja jemanden, dre sich damit top auskennt. 🙂
      Keine Bange, den Floh habe ich schon lange im Ohr. Im Prinzip schon, bevor wir angefangen haben das Haus zu planen. 😉 Meine Frau ist da zum Glück sehr cool – auf dieser Seite habe ich überhaupt keine Probleme!
      In der gesamten Materie enOcean und KNX kenne ich mich bisher überhaupt nicht aus. Da wird mir noch eine (weitere) Lernkurve bevorstehen…
      Das Gesamtsystem habe ich in dem stommelschen Musterhaus „Traubeneiche“ in dem Musterhauspark bei Köln kennengelernt und deshalb bei der Bemusterung zunächst auch so übernommen.

      Was die Aktoren/Sensoren-Frage angeht, dürftest Du richtig liegen. Genau wissen tue ich das aber noch nicht. Wird dann aber sicherlich einen separaten Blog-Eintrag erfordern. 😀
      Sexy an der Lösung finde ich auch, dass ich die Schalter sehr flexibel verändern kann: fehlt irgendwo einer, kann ich einfach einen „hinkleben“. Oder eben auch entfernen. Und das Ganze per iPad steuern. Yihaaaw!

      Besserwisserisch klingst Du garantiert nicht – ganz im Gegenteil bin ich froh, einen Gegenpart gefunden zu haben, der sich offensichtlich gut damit auskennt! Und wie gesagt, wenn ich mehr weiß, folgt ein dedizierter Blogeintrag.

      viele Grüße
      Christoph

  4. Alex sagt:

    Das mit dem „hinkleben“ oder entfernen von Schaltern ist natürlich ein Argument. In die Richtung habe ich noch gar nicht gedacht. 1:0 für Dich 😉

    Aaaaber, das mit dem nachträglichen hinzufügen oder entfernen von Sensoren beim Automationssystemen ist nicht so wie bei normalen Schaltern, Dose setzen, Kabel ziehen, klemmen, fertig oder Funkschalter an die Wand dübeln, fertig. Bei KNX bedeutet das noch zusätzlich Programmieren. Dazu brauchst Du die KNX-Daten Deiner Anlage. Um mit diesen Daten etwas anfangen zu können brauchst Du noch eine „Entwicklungsumgebung“ (ETS 4, siehe http://www.knx.org). Diese kostet „läppische“ 900 EUR + 21% belgische MwSt. Das KNX-Konsortium sitzt nämlich in Belgien. Und wissen wie es geht, musst Du natürlich auch. Wenn Du eins davon nicht hast, darf dein Elektriker bei Dir aufschlagen, natürlich gegen eine geringe Gebühr 😉 Der integriert Dir dann den neuen Schalter in die KNX-Anlage. Das hört sich zunächst kompliziert an, ist es aber nicht, wenn man die Werkzeuge hat und weisst wie es geht.

    Übrigens, die Daten der KNX-Anlage händigt der Elektriker Dir als Datenbankabzug nach Fertigstellung aus und wenn nicht fordere sie ein, die gehören nämlich zum Projekt und sind Teil der Revisionsunterlagen also Dein Eigentum. Denn es könnte sein, dass Du einen anderen Elektriker mit einer Nachrüstung beauftragen willst, weil der ursprüngliche durch KNX und enOcean reich geworden ist, als Privatier auf den Bahamas lebt und wegen Wulkanwolke just nicht einfliegen kann, wenn man ihn braucht. 😉

    Das war kurz die reine KNX-Welt. Jetzt kommt enOcean ins Spiel. Das System kenne ich nicht im Detail. Es kann sein, dass dort die Integration von zusätzlichen Sensoren anders abläuft. Irgendwo integriert werden müssen aber auch die. Und Du willst ja mit einem enOcean-Sensor KNX-Aktoren triggern, also muss die KNX-Anlage auch von den neuen Sensoren was mitbekommen.

    So, jetzt habe ich Blut geleckt. Das mit der Integration der beiden Systeme schaue ich mir in einer ruhigen Minute auch mal genauer an. Das will ich jetzt aber wissen.

    Was bei enOcenan unbestritten „sexy“ ist, dass die Teile batterielos arbeiten.

    Gruß

    Alex

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