Das Interhyp-Prinzip

Brot, Speck und Stein: ein Ofentraum

By , 23. Januar 2013 20:04

Der kleine Teufel, der auf meiner Schulter sitzt, muss wohl ein echter Feuerteufel sein. Oder es liegt an meinem (chinesischen) Sternzeichen, dem Feuerdrachen. Jedenfalls spiele ich seit meiner Kindheit leidenschaftlich gerne mit dem Feuer. So kommt es auch, dass ich im neuen Haus auf jeden Fall einen Kaminofen haben möchte. Zum Glück treffe ich da bei meiner Frau nicht auf großen Wiederstand. 🙂
In ein waschechtes Holzhaus gehört einfach ein schöner Ofen. Oder wie es im bürokratendeutsch heißt: eine „geschlossene Feuerstelle“.

Aller Anfang ist allerdings schwer! Was genau soll es denn werden?
Zunächst gibt es (mal wieder) eine Lernkurve: ein „Kamin“ heißt es, wenn es eingemauert wird und „Kaminofen“, wenn es alleine steht.
Aha! Damit suchen wir also einen „Kamin“.

Zweiter Punkt: ist der Kamin zum Heizen oder zum Schauen gedacht? Öhm, das ist einfach. Zum Schauen soll es sein! Die Atmosphäre ist uns wichtiger als ein hoher Heizwert oder eine lange Wärmeabgabe.

Erste Anlaufstelle war ein Kaminstudio in der Nähe, das sich hautpsächlich auf Specksteinöfen spezialisiert haben. Tolle Geräte! Freunde von uns haben solch einen Specksteinofen und ich muss sagen: der hat was!
Also mal dem Studio einen Besuch abgestattet.

Fazit, was Specksteinöfen angeht: die Teile eignen sich hauptsächlich fürs ernsthafte Heizen, weil die Hitze bis zu 24 Stunden gespeichert wird. Und die Teile sind schwer. Aber sowas von! Die richtig großen Brocken wiegen bis zu 2 Tonnen! =:-O Das ist aber mal für jede Decke eine ernsthafte Belastungsprobe… Die etwas kleineren wiegen immerhin noch 1-1,5 Tonnen. Boah!
Für uns aber ein gravierender Nachteil (das ist jetzt streng subjektiv): wir möchten einen Ofen für die Atmosphäre, nicht um ihn als ernsthafte Heizungs-Alternative zu nutzen. Und dafür sind diese Öfen nicht primär gedacht. Also eher andere Lösungen anschauen.

Die zweite Anlaufstelle ist dann ein Kaminstudio, das praktischerweise direkt neben der Niederlassung von Stommel Haus liegt. Besonderes Merkmale dieses Studios sind sehr organisch wirkende Ofenskulpturen mit handgefertigten Keramiken. Wer sich auch nur annähernd für solche Formen begeistern kann, sollte hier unbedingt mal vorbeischauen!
Der Besitzer macht aber nicht nur diese spezielle Form von Kaminen sondern auch klassische Formen.

In der Folge besuchen wir noch drei andere Kaminstudios in der Gegend. Einer davon ist das regionale Studio von Hark. In Duisburg gibt es übrigens auch einen Werksverkauf mit zum Teil erheblichen Rabatten!
Hier treffen wir dann auch zum ersten Mal auf einen echten Berater, der mehr Vertriebler als Kaminbauer ist. Bei den anderen Studios war es eher umgekehrt. 😀

So langsam kristallisiert sich auch ein Favorit heraus: ein Panoramakamin mit dreiseitiger Glasfront. (der Nerd in mir kann sich mal wieder stundenlang alleine dran begeistern, dass man Glas so bearbeiten kann, dass es ohne Probleme einem Feuer standhält und in solch eine Form gebracht werden kann. Irre!)
So langsam kommen wir damit dem Zielbild näher.

Was uns jetzt aber noch fehlt ist ein Schornstein. Das wäre eigentlich schon ein eigener Artikel aber ich befürchte, das würde dann doch zu viele Leser einschläfern…
Langer Rede kurzer Sinn: es gibt klassisch gemauerte Schornsteine und Leichtbauschornsteine aus Fertigelementen. Dann kann man den Schornstein wiederum auf den Kamin aufsetzen oder nebendran stellen und bis in den Keller führen. Das Aufsetzen geht wohl nur, wenn darüber keine Zwischendecke mehr kommt?!
Bei uns wird es aller Voraussicht nach der gemauerte Schornstein mit separater Brennluftzuführung. Hat alles in allem mehr Vorteile als die anderen Varianten.

Entschieden haben wir uns aller Voraussicht nach für den Brunner BSK 05, den uns die „Ofenskulpteure“ bauen werden. Allerdings in einer geraden, klassischen Variante und nicht als organische Form.
Neben der sehr guten Beratung hat auch der Preis für ihn gesprochen. Der Brenneinsatz kommt uns dort preiswerter als alles, was man im Internet so findet!
Weiterer Vorteil: er kann sich direkt mit unserem Bauleiter abstimmen. Man kennt sich. 🙂
Und: die finale Gestaltung erfolgt erst auf der Baustelle! Wir haben einige Details besprochen, z.B. dass wir eine Sitzbank möchten und welche Farbe die Bank haben soll. Endgültig festlegen werden wir das Design aber erst beim Aufbauen. Dann kann man den Kamin optimal auf den Raum abstimmen.

Nachdem wir jetzt wissen, welcher Kamin es wird und wo der Schornstein stehen soll, können wir auch die hoffentlich letzte Planänderung auf den Weg bringen. Yay!

In diesem Sinne: Feuer frei! 🙂

Und ach, für alle, die bis hierher gelesen haben: das „Brot“ aus dem Titel stammt von einem (Brot-)Backfach, das ich nur zu gerne in einem Kamin gehabt hätte. Leider passt das nur bei einem individuell zusammengebauten Kaim rein. Und das wäre dann ein klitzkleines bisschen zu teuer geworden. Abends vor dem Kamin sitzen, dem Feuer zuschauen und dann frische Zimtschnecken rausholen wäre schon echt genial gewesen. Seufz.

2 Responses to “Brot, Speck und Stein: ein Ofentraum”

  1. […] gibt es doch noch einen eigenen Artikel zum Thema “Schornstein”. Und das, obwohl ich hier doch versprochen hatte, keinen meiner Leser […]

  2. […] Woche war es endlich soweit: unser Kaminofen wurde gebaut! Darauf haben wir uns schon seit Beginn der Planungen […]

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