Das Interhyp-Prinzip

Buchbinder Wanninger oder Von den Irrungen und Wirrungen ein Stromkabel umlegen zu lassen

By , 7. März 2013 19:38

Ach ja, der gute, alte Karl Valentin mit seinem Buchbinder Wanninger. Wenn der nur wüsste…

Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass ich das Stromkabel, das zu unserem Haus führt, verlegen lassen wollte, auf dass es im neuen Haustechnikraum das Haus betrete.

Aber, ach!, da steh ich nun, ich armer Thor und weiß nicht recht, was mir steht bevor…

Das Drama geradezu faustischen Ausmaßes beginnt damit, dass der örtliche Energieversorger uns zwar mit Energie versorgt aber nicht mit dem dazugehörigen Stromkabel. Dazu muss man sich an den örtlichen Verteilernetzbetreiber wenden.
Nur, wer ist das? Im Internet bin ich nicht so recht schlau geworden. Es gibt Gebiets-Datenbanken, die das aufschlüsseln aber dafür muss man Geld bezahlen.

Dann stell ich mich doch mal dumm und rufe einfach bei der Rhenag an. Die sind zwar für unser Gebiet zuständig aber nur fürs Gas. Für den Strom sollten wir uns doch an die Rheinenergie wenden oder ans RWE. Wer von beiden der richtige sein, wüssten sie aber auch nicht.

Na gut, fangen wir mal bei der Rheinenergie an. Kurzes Telefonat: nein, da sind wir falsch.

Also auf zum RWE. Das hat auf seiner Homepage eine sehr praktische Chat-Funktion. Die probiere ich doch gleich mal aus. Klappt auch sehr gut! Keine fünf Minuten später weiß ich: bei der RWE bin ich falsch! Ich muss mich an die Westnetz GmbH wenden.
Wer diese Firma – wie ich – nicht kennt, sei nicht verwundert: den Namen gibt es erst seit dem 1.1. und die Firma ist übrigens eine Tochter der RWE…

Was solls. Schnell dort angerufen, um mein Sprüchlein aufzusagen. Wie? Was? Es kommt nur eine Bandansage? „Wir sind ab dem 04. März wieder telefonisch zu erreichen!“. Ist ja cool. Und das am 1. März. Mal eben drei Tage nicht erreichbar…
Warten wir also…
Am 4. März dann der nächste Anruf. Und schwuppdiwupp ab in eine Warteschlange. Wie könnte es auch anders sein.
Nach 10 Minuten „Der nächste freie Mitarbeiter ist sofort für Sie da.“ hänge auf. Merkwürdiges Verständnis von „sofort“ haben die…

Damit bleibt nur die elektronische Kontaktaufnahme. Schnell eine E-Mail geschrieben, die innerhalb weniger Sekunden zugestellt ist. Auf die Reaktion muss ich dann aber anderthalb Tage warten.
Was solls, warten bin ich ja gewohnt…
Immerhin ruft mich dann auch tatsächlich ein Mensch zurück, der sogar verstanden hat, was ich machen möchte! Yaaaay!
Allerdings kommt direkt danach: „bei mir sind da aber falsch, Sie müssen sich an die Rheinenergie wenden“.<mitSauronsStimmeImMomentDerRingvernichtung>Neeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnn!</mitSauronsStimmeImMomentDerRingvernichtung>
Aber zu meinem großen Glück kann mir der Mitarbeiter einen direkten Ansprechpartner nennen und das sogar mit Telefonnummer!

Einen weiteren Anruf später ist dann das weitere Vorgehen klar:

  1. Ich schreibe dem freundlichen Herren kurz was ich möchte.
  2. Diese klärt mit der RWE (hier schaltet mein Gehirn kurz ab und bootet neu) ab, was genau zu tun ist.
  3. Er schreibt mir dann ein Angebot, das ich beauftragen kann.
  4. Danach wird der Auftrag ausgeführt.

Zeitdauer für das alles: 1,5 Wochen für das Angebot und danach 6-8 Wochen bis zur Ausführung. Wobei, naja, bei uns wäre das Kabel ja schon vorhanden. Vielleicht ginge es dann auch schneller…

Jetzt heißt also – richtig! – warten…

Hoffen wir mal, dass Godot uns gute Nachrichten bringt! 😉

One Response to “Buchbinder Wanninger oder Von den Irrungen und Wirrungen ein Stromkabel umlegen zu lassen”

  1. […] jetzt in den Haustechnikraum verlegt werden. Eigentliche eine simple Geschichte, die aber durch verworrene Zuständigkeiten äußerst kompliziert wurde und sehr lange dauerte (mittlerweile mehr als zwei […]

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