Das Interhyp-Prinzip

Schlüsselerlebnis

By , 23. November 2013 14:21

Wer meine Blogeinträge kennt, weiss sicherlich schon, dass ich eine Schwäche für mehr oder weniger gelungene Wortspiele habe. Ein solches präsentiere ich auch heute einmal wieder.
Kein schlechter Einstieg, wenn der letzte Eintrag schlappe 84 Tage zurück liegt. Shame on me!

Aber hier kommen wir auch direkt zu dem ersten Schlüsselerlebnis: der Einzug in das eigene Heim ist beileibe nicht das Ende von viel Arbeit sondern eher der Beginn!

Und wo vorher ganze Kohorten fleissiger Handwerker gearbeitet haben, muss man auf einmal alles selber erledigen. All die Kisten, die auszuräumen sind, all die großen und kleinen Gegenstände die zu platzieren, dann doch wieder woanders hinzustellen sind, Deko hier und Deko dort und und und.
In Summe führt das dazu, dass der geneigte Bauherr so oft mit seinem Rücken in ebendieser Stellung verharrt, dass er abends nicht mals mehr „Pieps“ sagen mag.
Einen Blog-Eintrag schreiben? Ach je. Dafür müsste ja erstmal der Rechner stehen und dafür müsste der Schreibtisch aufgebaut werden. Das geht aber erst, wenn ein Haufen Kisten ausgeräumt ist. Deren Inhalt soll in die Regale, die als Einzelteile verstreut liegen. Und wo sind nur die Schrauben für diese? Sicherlich in einer der Kisten! Nur welche?
So kommt es, dass man für einen Blog-Eintrag mal eben zu Ikea fahren muss, um sich dort Ersatz zu besorgen.

Und so verstreicht Tag um Tag, während das Haus innen zu seiner Ordnung findet und immer mehr zum eigenen Heim, zum „Zuhause“ wird. Nur der Blog, der darbt ein wenig vor sich hin. 😉

Ein zweites Schlüsselerlebnis ergab sich dann wenige Tage nach dem Einzug. Zunächst hatte ich mir Sorgen gemacht, wie die vielen Schlüssel zu den Fenster zuordnen sollte (immerhin haben wir 15 Fensterschlösser und ebensoviele Schlüssel). Im Geiste spukte mir schon ein System farbiger, geometrischer Markierungen vor.
Pragmatischerweise habe ich aber vorher einmal getestet, ob die Schlüssel nicht vielleicht austauschbar sind.

Und siehe da: sie sind es. Da freut sich dich die Bauherren-Seele: da denkt der Fensterhersteller mit und versieht alle Fenster einer Lieferung mit den gleichen Schlüsseln, so dass jeder Schlüssel auf jedes Fenster passt. Wie ungemein praktisch!

Misstrauisch wie ich nun mal bin, fiel mir dann aber noch auf, dass die Schlüssel der Kellerfenster und die aus dem Erdgeschoss sich verblüffend ähnlich sahen – und das obwohl jene von einem ganz anderen Handwerker und Hersteller stammen als diese. Die werden doch wohl nicht?

Doch tun sie! Die Schlüssel der Kellerfenster passen auch auf jedes Fenster. Egal ob Erdgeschoss oder Keller?

Einen ersten Hinweis gab uns der Beschlaghersteller: in beiden Geschossen wurden Komponenten von Heep verbaut!

Moment! Heep war doch in den Fenstern meiner Eltern, die diese vor ein paar Jahren neu bekommen hatten. Könnte es sein…

Ja, es kann!

Sämtliche Schlüssel unserer Fenster sind identisch und austauschbar und passen auch noch auf mehrere Jahre alte Fenster meiner Eltern! Na super, wo soll denn da noch die Sicherheit gewährleistet sein. Da reicht ja jedem Einbrecher ein Nachschlüssel, um bequem jedes Fenster öffnen zu können.
Das wollte ich so nicht gelten lassen und habe natürlich bei Stommel Haus nachgefragt.
Unseren Bauleiter hat das wohl auch interessiert, denn er hat sofort eigene Erkundigungen angestellt und mir wenig später die Auskunft erteilt, dass jeder Hersteller von abschließbaren Oliven seine und nur eine einzige Schließung hat. Das bedeutet nichts anderes, dass es pro Hersteller nur einen Schlüssel gibt, der alle Fenster weltweit öffnet.

Ein starkes Stück, wie ich finde! Nach Aussage vom Fensterhersteller soll der Zylinder im geschlossenen Zustand verhindern, dass von außen durch den Rahmen der Griff gedreht wird.

Warum so teure Dinge, wie maßangefertige Fenster durch derart trivial zu behebendem Schmu entwertet werden, will ich jetzt einfach nicht verstehen.
Selbst unser Briefkasten hat einen Schlüssel mit Seriennummer, ist also nicht überall passend und darüberhinaus nachbestellbar.

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