Das Interhyp-Prinzip

Preise, Paletten und Pakete: vom Einkaufen im großen Stile

By , 3. August 2013 19:24

Berge! Berge ist das, was mir in den Sinn kommt, wenn ich mal wieder vor unserem Haus stehe und beobachte, welche Mengen an Material im Haus und am Haus verbaut werden. Morgens türmen sie sich noch vor dem Haus, um am Abend scheinbar spurlos verschwunden zu sein. Einziges Zeugnis ist eine jetzt glatte Wand oder ein Fußboden, der nicht mehr nur aus Estrich besteht.

Zum Glück wurden die meisten dieser Berge durch unseren Hausbauer geliefert und auch wieder abgetragen.

Doch für den Keller mussten wir noch unseren eigenen kleinen Berg besorgen. Denn der Keller liegt schließlich in unserer eigenen Verantwortung. Und da wollen die Fußbodenbeläge, Türen und Zargen, Farben und viele Zubehörteile ausgesucht und beschafft werden.

Und der erfahrene Hausbauer wird es schon ahnen: das wird eine ganz schöne Menge!

So kam es uns wie gerufen, ja gerade zu wie ein Geschenk des Himmels, dass einer der großen deutschen Baumärkte ein Bonusprogramm auf den Markt brachte, mit dem man fürs Einkaufen ordentlich Prozente sammeln konnte.

Unser Einkauf gliederte in zwei große Phasen. Phase 1 war geprägt von Sammeln der Punkte. Hier mal ein kleiner Einkauf, dort mal eine Besorgung. Und immer die Punkte gesammelt, wo wir ihrer habhaft werden konnten. Fleissig wie zwei Eichhörnchen hatten wir am letzten Tag tatsächlich das große Ziel vor Augen: 20% Rabatt auf einen Einkauf!
Nur läppische neun Punkte fehlten uns…
Aber wozu gibt es denn gute Freunde? Facebook und Co sei es gedankt, wir konnten tatsächlich jemanden finden, der die fehlenden Punkte hatte!

Und damit Feuer frei für Phase 2: das große Einkaufen! 😀
Wichtig für den besonderen Rabatt war eines: er galt für einen Einkauf. Nicht nur für einen Artikel sondern für einen kompletten Einkauf. Egal, wie viele Positionen er enthielt. Das wollte ausgenutzt werden!

So kam es, dass wir an mehreren Wochenenden auf die Jagd gingen, um unseren persönlichen Berg zusammenzutragen.

Äußerst angenehm ist übrigens der Service, der dabei geboten wird. Man lässt sich einen Auftrag anlegen, leistet eine geringe Anzahlung und kann dann alles, was man ausgesucht hat, auf den Auftrag buchen lassen. Sehr fein das!
So wuchs unser 20%-Einkauf auf schlappe 19 Positionen an. Und „30 Quadratmeter Fliesen“ war nur eine davon. 😀

Bei den Fußböden haben wir unser Augenmerk auf zwei Punkte gelegt:

  • In den Arbeits- und Lagerräumen möchten wir eine preiswerte, jedoch strapazierfähige Fliese verlegen, die es auch mal abkann, wenn etwas schweres oder nasses auf ihr landet.
    Das Material, das diesen Anforderungen am besten entspricht, sind natürlich Fliesen.
  • In den anderen Räumen möchten wir zu unserem Lieblingsmaterial greifen und einen holz-basierten Fußboden verlegen.
    Kurzes Nachdenken ergibt Parkett als Lösung. Landhausdielen kommen wegen ihrer Dicke und der Fußbodenheizung nicht in Frage. Laminat gefällt uns wegen der künstlichen Oberfläche nicht ganz so gut.

So leicht sich diese Strategie niederschreiben lässt, so aufwendig war der ganze Prozess des Suchens und Findens. Als wir mittlerweile in den Baumärkten persönlich und mit Namen begrüßt wurden, wussten wir, dass es Zeit für eine endgültige Entscheidung wird. 🙂

Entschieden haben wir uns letztendlich für ein anthrazitfarbenes Feinsteinzeug, das nicht nur hoch abriebfest ist sondern auch noch rutschhemmend und budgetfreundlich. Ideale Kombination!

Als Parkett haben wir uns für Silberesche Fussleisten und Esche geweisst als Parkett entschieden. Das hat eine interessante Musterung, ist hell und sehr schön gemustert.

Einziges Problem an der Geschichte: das Parkett gab es nicht in unserem 20%-Rabatt-Baumarkt. 🙁
Aber was solls, ein anderer Baumarkt hatte schönes Parkett im Angebot, dass dort fast so günstig war wie in dem anderen Baumarkt mit 20% Rabatt.

So kam es, dass wir an einem schönen Freitag-Nachmittag mit unserem Berater zusammenstanden, um die letzten Details der Parkett-Bestellung zu besprechen. Während er fleissig am Tippen war, fiel unser Blick auf den neuesten Verkaufsprospekt. Müsig blätterten wir ein wenig herum, bis wir die Anzeige auf der Titelseite erspähten: „Für jeweils 100€ Einkaufswert erhalten Sie einen 20€ Gutschein!“ stand da.
Na, wer sagt’s denn! Ist doch genau das, was wir brauchen.
Jetzt nur noch das Hindernis überwinden, dass die Aktion nur an exakt einem Tag gilt, nämlich dem Freitag eine Woche später. Das war aber auch kein großes Problem mehr, unser Kundenberater speicherte alles als Angebot im System und so konnten wir eine Woche später wiederkommen. 🙂

Dieser Freitrag sollte es nach unserer Planung aber in sich haben: wir wollten mit einem gemieteten Transport (natürlich von einem der Baumärkte. :-)) alle gekauften Waren von zwei Baumärkten abholen und ins Haus bringen. In Summe deutlich über 1 Tonne. 1.000kg. Au weiah!

Aber was soll ich sagen? Dankenswerter weise war der größte Posten, 56 Pakete Parkett, nicht rechtzeitig angekommen. Der Baumarkt versprach uns, den Rest auf eigene Kosten liefern zu lassen und gab uns den Rest mit. Sehr schön!
Wobei der Rest immer noch schwer genug war und nur knapp auf einer Palette Platz hatte…

Im zweiten Baumarkt brauchte schließlich eine äußerst nette, aber doch latent verzweifelte Beraterin anschließend fast 90 Minuten, um unseren gesamten Einkauf zusammen zu tragen. Hui.
Endlich war aber auch diese Hürde genommen.

Ein wiederum äußerst netter Berater half mir dann noch beim Verladen in den Transporter. Und hier durfte ich erleben, was Kundendienst wirklich bedeutet. Der arme Kerl war seit fast 10 Stunden auf der Arbeit, konnte wegen einer Verletzung oder Behinderung kaum gerade laufen (er knickte bei jedem Schritt ein) und war von Schweiß gebadet, dennoch liess er es sich nicht nehmen alles mit einzuladen. Und dann lehnte er das überaus verdiente Trinkgeld auch noch mit den Worten ab, dass es ihm eine Freude sei, Kunden zu helfen.

Hut ab und tiefen Respekt!

Der Rest des Abends war erfüllt vom Schleppen und Ächzen unter den Lasten. 😉

Gefolgt von der Erleichterung, dass es Baumärkte gibt, die bis 22 Uhr auf haben und um 21:45 Uhr noch Miettransporter entgegennehmen.
Und nicht böse sind, wenn man man um 22:05 Uhr wieder vor der Tür steht, weil man versehentlich den Schlüssel des Transporters eingesteckt hatte und damit nach Hause fahren wollte. 😀

Ach ja, habe ich schon erwähnt, dass Feuchtigkeit im Keller echt blöd ist? Aber nicht nur, weil der Keller eben noch feucht ist sondern auch, weil man er damit als Lagerraum wegfällt…
Unsere gesammelten Werke können wir deshalb nur im Erdgeschoss lagern. Das Parkett und die Türen würden in der feucht-warmen Luft sofort kaputt gehen.

Jedenfalls sieht es bei uns jetzt so aus:

Parkett-Palette

Parkett-Palette  

Das Parkett müssen wir im Erdgeschoss lagern, im Keller würde es in der feucht-warmen Luft womöglich schnell beschädigt.

Schrank-Pakete 1

Schrank-Pakete 1

Erwähnte ich übrigens schon, dass zwischendurch noch unser neuer, 3m*2,3m großer Schlafzimmerschrank angeliefert wurde? 😀
Kleiner Tipp für den gestressten Einkäufer: man kann sich die Pakete bei Ikea selber zusammensuchen, auf die Wagen (einer reicht bei weitem nicht!) wuchten, durch die Gänge und zur Kasse schiebenm dort bezahlen und dann zum Ausliefern abgeben. Hätte für uns 119€ gekostet.
Man kann aber auch bequem vor dem Bildschirm sitzen (wir haben uns die Schränle natürlich vorher vor Ort angeschaut), per Mausklick auf einer sehr gut gemachten Webseite alles aussuchen, sich liefern lassen und beim Empfang bezahlen. Das kostet 79€.
Dürfte klar sein, welche Variante wir gewählt haben. 😉

Schrank-Pakete 1

Schrank-Pakete 1

Und weil der Mausfinger noch fit war, haben sich auch Gormregale und ein Billyregal mit in die Bestellung verirrt. 🙂

Billy in seinem neuen Zuhause

Billy in seinem neuen Zuhause

Das Billy-Regal habe ich zwischendurch als kleine Aufwärmübung aufgebaut. 🙂

Materiallager im Keller

Materiallager im Keller

Das, was Hitze und feuchte Luft aushält, lagern wir im Keller, z.B. Fliesen, Glastür (nichtim Bild zu sehen) oder die Farbeimer.

Der andere „Kleinkram“ rechts und hinten an der Wand stammt alles von den Malern, die momentan die Außenfasse unseres Keller bearbeiten. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

In diesem Sinne: der Berg ruft!

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